Für welche (Online)tools gebe ich Geld aus?

Passwortsafe. Sichere Passwörter sind enorm wichtig. Bei jedem Dienst ein Passwort zu merken ist unmöglich. Ein Passwortsafe ist die Lösung. Ein starkes Masterpasswort mit zwei-Faktor-Authentifizierung. Natürlich muss man dem Dienst vertrauen und glauben, dass alle Eingaben Ende-zu-Ende verschlüsselt sind.

Alternative: KeePass, OpenSource

Warum nicht die Alternative? Bequemlichkeit. Die Synchronisierung bei KeePass muss selbst organisiert werden, automatisches Ausfüllen der Passwortfelder im Browser ist umständlicher.


Sammeln und Präsentieren von Informationen. Padlets sind im Grunde digitale schwarze Bretter, die mit Texten, Links, Video und Bildern befüllt werden können. Zusätzlich können viele Menschen am selben Padlet arbeiten, weswegen es ein tolles Beispiel ist, wie kollaborative Arbeit funktionieren kann. Pluspunkt: Schüleraccounts können anonym und ohne Mailadresse angelegt werden. Für 12€/Monat oder 99€/Jahr sind ein Pro-Account für den Lehrer und unendlich viele Schüleraccounts enthalten.

Alternative: Wakelet, kostenlos

Warum nicht die Alternative? Wakelet ist noch nicht so flexibel und umfangreich wie Padlett. Mit der iOS-App hatte ich zeitweise immer wieder Probleme.


Erstellen von OER-Arbeitsmaterial. Tutory ist ein Tool, welches im Grunde so einzigartig ist: Eine Software um Arbeitsblätter zu erstellen, mit dem Zusatz, dass diese möglichst unter einer Creative Commons Lizenz veröffentlicht werden können. dafür liefert Tutory entsprechende Werkzeuge mit: Material aus der Wikipedia und Commons kann direkt gesucht und übernommen werden. Um die Lizenzierung kümmert sich die Software selbst. Zusätzlich gibt es spezielle Werkzeuge für Fragestellungen, Formeln, Lückentexte usw.

Die fertigen Arbeitsblätter können als PDF geladen werden.

Alternative: keine


Verschlüsselung von Daten. Die Daten werden auf dem lokalen Rechner verschlüsselt und erst dann in die Cloud geschickt. Der Cloudanbieter hat keine Möglichkeit die Daten mitzulesen. An einem anderen Gerät werden die verschlüsselten Daten geladen und erst nach Eingabe des Passwortes lokal entschlüsselt. Das Ganze funktioniert ohne merkliche Einflüsse auf den eigenen Arbeitsprozess. Dazu ein deutsches Unternehmen aus Augsburg. Eigentlich sollte jede Schule diesen Dienst für alle LehrerInnen und SchülerInnen pauschal anbieten.

Alternative: cryptomator, OpenSource

Warum nicht die Alternative? Nahtlose Integration. Cryptomator ist weniger stark integriert, als Boxcryptor. Boxcryptor bindet verschlüsselte Clouds als Laufwerke ins Betriebssystem ein und halt sich ansonsten im Hintergrund.


Bildbearbeitung, Videobearbeitung. Ich habe Adobe endgültig den Rücken gekehrt. Photoshop habe ich nur noch selten benutzt, weil die Dinge, die ich mache auch in Affinity Photo gut funktionieren. Letztlich war da noch Lightroom um raw-Dateien zu entwickeln. Der Markt bietet aber in der Zwischenzeit Alternativen. Für mich als Freizeit-Anwender spielt in erster Linie der Preis eine Rolle. Ich war deshalb überrascht, wie leistungsfähig ACDSee in der Zwischenzeit ist. Mein letzter Kontakt mit der Software war vor etwa 15 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt war der Hersteller als Amateur-Softwareklitsche verschrien. Ich muss aber sagen, dass der raw-Konverter von ACDSee sehr leistungsfähig ist und alles kann, was ich machen will. Sollten meine Ansprüche hier mal wieder steigen würde ich auf DxO oder CaptureOne ausweichen. Gespannt bin ich auch auf Luminar 4, welches in etwa einer Woche erscheint.

Alternative: Adobe Foto/Creative Cloud (12€, 29€)

Warum nicht die Alternative? Weil ich in der Zwischenzeit die Dinge, die ich mit Photoshop gemacht habe, mit Affinity Photo mache. Das Adobe-Abo hatte ich nur (noch) wegen Lightroom (Raw-Entwicklung).


Bürosoftware und Cloud. Office 365 bietet alles, was man rund um Texte, Tabellen und Präsentationen benötigt. Zu den „klassischen“ Anwendungen auf dem Desktop kann man von überall auch im Browser arbeiten und es existieren Apps für iOS und Android, die zumindest das einfache Bearbeiten (und ein bisschen mehr) von Unterwegs möglich machen. Obendrauf gibt es noch 1 TB OneDrive-Cloudspeicher.

Alternative: LibreOffice, OpenSource

Warum nicht die Alternative? Oft wird gesagt: „Libre Office kann auch alles, was man als Normaluser machen will.“ Das stimmt zu großen Teilen. Allerdings läuft LibreOffice nicht einfach so im Browser und auf Tablets. Zudem hat es keine Alternative zum täglich eingesetzten OneNote. Und die Cloud kommt extra dazu.


Aufgabenverwaltung. Ein mächtiges Tool und für Lehrer um 16€ pro Jahr ein „no-Brainer“. Aufgaben erstellen, mit Terminen und Personen verknüpfen, E-Mails verlinken, Clouddokumente anfügen. Erinnerungen pushen, wenn man an einem bestimmten Ort ist und vieles mehr. Ohne Todoist würde bei mir viel mehr schief gehen… 😉

Läuft auf allen Geräten entweder per App oder notfalls im Browser.

Alternative: Microsoft ToDo, kostenlos

Warum nicht die Alternative? Microsoft ToDo kann einige Dinge (noch) nicht, gerade was ortsbezogene Aufgaben, Verschlagwortung und einige Features, die im Hintergrund laufen, angeht. Und die 16€ pro Jahr sind mehr als fair vom Hersteller.


RSS-Service/News-Reader. Nach dem Aus von Googles Newsreader, der ein quasi-Standard für das sammeln und verwalten von RSS-Feeds war, sprangen neue Services auf die Bühne. ich bin bei Inoreader hängen geblieben. Zeitungen lese ich nur punktuell und bewusst aber nicht regelmäßig. Um auf dem Laufenden zu bleiben musste also ein Dienst her, der RSS-Feeds abuft, sortiert, filtert und verwaltet. All das macht Inoreader nahe am Grad zur Perfektion. Gelesen werden kann im Browser oder per App. Auch diverse „Fremd-Apps“ verknüpfen sich mit dem Dienst (auf iOS z.B. Reeder oder mein aktueller Favorit Fiery Feeds)

Alternative: Feedly

Warum nicht die Alternative? Feedly ist zwar „Marktführer“ aber auch etwas teurer. Bei Inoreader gefallen mir Funktionen zur Automatisierung, Benachrichtigung und Speicheurung von Suchen.


Erstellen von Infografiken, Präsentationen und interaktiven Inhalten. Der Name ist Programm. Das spanische Unternehmen hat eine Plattform geschaffen, die hilft, visuelle Inhalte zu erstellen und zu präsentieren. Alle Inhalte können aber auch als PDF oder als HTML5-Paket lokal gespeichert werden. Die Tools sind vielfältig, die Einbindung von fertigen Medien geht gut von der Hand. Der Clou: Quasi alle (Web)Dienste, die eine embed-Funktion (Einbetten von Inhalten) anbieten, kann genial.ly dynamisch einbinden. So kann man in die Präsentation Twitter-Timelines in Echtzeit laden, Google Tabellen integrieren und vieles mehr.

Alternative: Piktochart

Warum nicht die Alternative? Bei genial.ly ist toll, dass man diverse Formate erstellen kann (Quiz, Präsentation, Infografiken). Alle können im Web betrachtet oder als PDF für den Druck geladen werden. Piktochart ist auch richtig cool, allerdings mit einem deutlichen Schwerpunkt auf Infografiken.


Also etwa 65€ im Monat. Das klingt viel, allerdings habe ich damit mein komplettes digitales Leben und Arbeiten abgedeckt. Natürlich könnte man auch mit viel weniger Tools arbeiten. Einerseits macht es mir aber Spaß, neue Dinge auszuprobieren und andererseits bin ich nicht von EINEM Unternehmen abhängig, weil ich innerhalb einer Monokultur arbeite. Die Gefahr ist natürlich, dass der eine oder andere Dienst geschlossen oder aufgekauft wird. I

Ich habe lange mit mir gerungen, Notion einzusetzen (hätte OneNote, Todoist, Padlet, teilweise Office, Kalender auf einem Schlag ersetzt). Aber das Tool ist so gut und dennoch relativ unbekannt, dass ich glaube, dass es entweder am Wachstum scheitert oder von einem großen Unternehmen aufgekauft wird, welches dann die guten Tools rauszieht (Beispiel: Wunderlist – Microsoft) und den eigentlichen Dienst einstellt. Schaut es euch trotzdem an, insbesondere weil das Unternehmen die Personal-Pläne kostenlos an LehrerInnen und SchülerInnen abgibt.

Titelbild: Photo by Joanna Kosinska on Unsplash

benny

Lehrer für Deutsch, Geographie, NwT. Multimediaberater, Netzwerkberater für PaedML Novell, Nerd. Fotoknipser, Schreiberling, Switch-Zocker.

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